Wenn dein Kind plötzlich stottert, ist im Kopf oft sofort Chaos. War es vorher flüssig? Ist das nur eine Phase? Ist Mehrsprachigkeit schuld? Mache ich etwas falsch? Und dann steht da ein Formular — und plötzlich weißt du nicht, was du schreiben sollst.
Genau dafür ist diese Seite da. Du musst nichts perfekt formulieren. Du musst keine Diagnose stellen. Du musst auch kein Video schicken und keinen Termin buchen, bevor du dich bereit fühlst.
Schreib Alter, seit wann es auffällt, was genau passiert und ob dein Kind sichtbar kämpft. Mehr braucht es am Anfang nicht.
Welche 4 Angaben helfen am meisten?
Für eine erste schriftliche Einordnung sind vier Punkte besonders hilfreich:
- Alter: Wie alt ist dein Kind?
- Beginn: Seit wann fällt das Stottern auf?
- Verlauf: Hat dein Kind vorher flüssig gesprochen?
- Druck: Siehst du Anstrengung im Gesicht, Mund oder Körper?
Wenn dein Kind mehrsprachig aufwächst, kannst du das ergänzen. Zum Beispiel: „Er spricht Deutsch und Persisch“ oder „Zuhause sprechen wir zwei Sprachen“. Das ist wichtig als Information, aber kein Schuldspruch.
Beispiel: So kurz darf deine Nachricht sein
Viele Eltern denken, sie müssten alles ausführlich erklären. Müssen sie nicht. So etwas reicht für den Anfang:
„Mein Sohn ist 3 Jahre alt und stottert seit ungefähr einem Monat. Vorher hat er flüssig gesprochen. Manchmal bleibt er am ersten Buchstaben hängen und man sieht Druck im Mund.“
Oder:
„Unsere Tochter ist 4 Jahre alt und spricht zwei Sprachen. Seit kurzem wiederholt sie den Anfang von Wörtern. Wir sind unsicher, wie wir reagieren sollen.“
Was du nicht schreiben musst
Du musst nicht beweisen, dass es „schlimm genug“ ist. Du musst keine Fachbegriffe kennen. Du musst auch nicht erklären, warum es passiert. Gerade wenn Eltern unter Sorge stehen, ist es besser, einfach zu beschreiben, was sie sehen.
- kein langer Lebenslauf
- keine Diagnose
- kein Video nötig
- kein Telefonat als erster Schritt
- keine perfekte Formulierung
Was, wenn ich Angst habe, etwas falsch zu machen?
Das ist sehr normal. Eltern wollen helfen und haben Angst, durch falsche Reaktionen Druck zu verstärken. Wichtig: Eltern sind nicht schuld am Stottern. Gleichzeitig kann es helfen, ruhiger zu reagieren, Sätze nicht zu beenden und das Kind nicht ständig auf seine Sprache zu prüfen.
Wenn du merkst, dass dich die Situation stark belastet, ist eine schriftliche Schilderung oft ein guter erster Schritt. Du kannst deine Sorge sortieren, ohne dass dein Kind daneben sitzt oder sprechen muss.
Wann sollte zusätzlich fachlich abgeklärt werden?
Wenn dein Kind sichtbar kämpft, unter dem Sprechen leidet, Wörter vermeidet oder das Stottern anhält, lass es bitte kinderärztlich oder spezialisiert logopädisch abklären. Meine Elternberatung ersetzt keine Diagnostik und keine Behandlung deines Kindes.
Sie kann dir aber helfen, den Alltag ruhiger zu gestalten: weniger Druck, weniger Testmomente, mehr Sicherheit im Umgang mit dem Kind.
Du kannst mit 4 Punkten starten
Schreib Alter, seit wann es auffällt und was du beobachtest. Andreas liest deine Angaben persönlich und antwortet dir per E-Mail.
Situation schriftlich schildernHäufige Fragen
Muss ich direkt telefonieren?
Nein. Der erste Schritt kann schriftlich sein. Das ist besonders hilfreich, wenn du erstmal Ruhe brauchst.
Soll ich eine Aufnahme mitschicken?
Nicht für den ersten Schritt. Beschreibe erst einmal, was du beobachtest.
Was, wenn mein Kind zweisprachig ist?
Schreib es dazu. Mehrsprachigkeit allein ist nicht automatisch die Ursache. Entscheidend sind Verlauf, Belastung und konkrete Situationen.
Reichen wirklich 4 Punkte?
Ja. Wenn danach etwas fehlt, kann Andreas per E-Mail gezielt nachfragen.
Wenn dein Kind vorher flüssig gesprochen hat, lies ergänzend Kind stottert plötzlich mit 3 Jahren. Wenn es besonders am Wortanfang hängt, passt Kind bleibt beim ersten Buchstaben hängen. Bei Mehrsprachigkeit passt Zweisprachiges Kind stottert plötzlich. Den großen Überblick findest du im Ratgeber Stottern bei Kindern.